SVARROGH

Baxas Xebeshéth 1883 (2003)


Meine Helden von Hatred Divine haben kürzlich ihren fernöstlichen Trommler gegen einen Bulgaren ausgewechselt in der Hoffnung, in Zukunft etwas weniger unmenschlich zu klingen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich für HD trotz dieser Massnahme kaum Licht am Ende des Tunnels sehe, soll es hier nicht um die Schöpfer von "Of Light And The Absence Of Light" gehen, sondern um deren neuen Schlagwerker. Dieser hat nämlich auch noch ein Soloprojekt am Start, was angesichts der Hyperaktivität gewisser Szeneasten sicher keine Überraschung darstellt. Der Name dieses Projektes ist Svarrogh und unter dem Namen "BAXAS Xebeshéth 1883" wurde im Januar eine CDr veröffentlicht, die Dimo Dimov, das einzige Bandmitglied, gern als Debütalbum verkaufen würde, die jedoch angesichts der gebotenen Qualität in Sachen Musik und Präsentation eher in die Kategorie "Demo" passt. 
Auf diesem Demo also bieten Svarrogh melodischen Black/Death Metal mit Keyboards und folkloristischen Einflüssen aus DiDis bulgarischer Heimat. Wer jedoch jetzt und hier aufgrund der Stilrichtung und gewisser Aktivitäten der Hauptperson eine klassische Null-Punkte-Besprechung erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn meiner Meinung nach sind Svarrogh zumindest nicht völlig hoffnungslos. Natürlich liegt auf "BAXAS Xebeshéth 1883" noch recht viel im Argen, aber mit viel Arbeit könnte aus Svarrogh durchaus irgendwann etwas werden. Zum Beispiel sollte beim nächsten Mal etwas mehr Wert auf die Produktion gelegt werden, die absolut saft- und kraftlos daherkommt. Ich erwarte ja ganz sicher nicht, dass eine Band fünf Wochen im Abyss zubringt, aber das Mikrofon könnte man während der Aufnahmen schon unter den Sofakissen hervorkramen. Das ist doch wirklich nicht zuviel verlangt, oder?! Ausserdem sollte Dimo wirklich darüber nachdenken, auf dem nächsten Werk nicht alles selbst zu machen. Spielerisch ist das Demo ja durchaus im grünen Bereich, aber Singen, Kreischen oder sonstwelche vokalen Ausdrucksmöglichkeiten beherrscht der gute Mann nicht für zehn Pfennig, auch wenn er sich um Abwechslung bemüht. 
Über die kompositorische Seite des Demos kann man zumindest ein paar halbwegs positive Dinge sagen. So gibt es einige durchaus gelungene Riffs und Melodien sowie schöne folkloristische Parts zu hören. Auch in Sachen Keyboards hält sich Dimo lobenswerterweise sehr zurück und gibt den sechs Saiten und sogar dem Bass ordentlich Spielraum. Ein grosser Pluspunkt ist auch das variable Songwriting. Das beginnt beim steten Wechsel zwischen einer eher Black- und einer mehr Death-Metal-betonten Ausrichtung, setzt sich über häufige Tempo- und 
Stimmungswechsel fort und hört bei akustischen Gitarren und Klaviereinschüben noch lange nicht auf. Dass Svarrogh dabei nicht im Chaos versinken, ist schonmal sehr positiv. Allerdings wird es jetzt allerhöchste Zeit, nach all den Lobpreisungen auch auf die Schattenseiten Dimovscher Kompositionskunst hinzuweisen. Zum einen klingen Svarrogh gelegentlich einfach etwas zu typisch, da gibt es 08/15-Passagen, die keine Sau braucht. Besonders einige klassische Black/Death-Abschnitte sind von dieser Krankheit befallen, die sich in altbekannten Riffs und Rhythmen äussert. Und so gut mir das folkloristische Konzept in der Theorie gefällt, haben Svarrogh noch viel Arbeit vor sich, Folklore und Black Metal zu einer Einheit zu verschmelzen, anstatt die einzelnen Zutaten einfach nur nebeneinander existieren zu lassen. 
Summasummarum ist mir "BAXAS Xebeshéth 1883" so über den Daumen gepeilt fünf Punkte wert, in denen ein kleiner Bonus enthalten ist, der meiner Hoffnung Ausdruck verleihen soll, dass Dimo als Geheimagent des guten Geschmacks weitere Veröffentlichungen von Hatred Divine verhindern möge. Doch auch davon unabhängig kann ich Svarrogh bescheinigen, zumindest auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn dieser noch ziemlich lang ist. Es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen...

5/10

Official Website

 

Erik
03.04.2003

:: English short version ::

Melodic Black/Death with folkloristic parts of eastern european origin is what you get on “BAXAS Xebeshéth 1883”. The concept is certainly promising but at present stage Svarrogh are merely average. The sound is as weak as it gets, the singing needs to be improved, many parts are simply too typical and therefore boring. However, there are songs to be found on this release which make me believe that Svarrogh might have some kind of a future. The piano parts are really well-done, and if they succeed to incorporate the folk parts into the songs instead of leaving them standing alone, already the next release could be much more enjoyable.