SECRETS OF THE MOON

Stronghold Of The Inviolables (2000)

Cover LP

Kann mir mal jemand erklären, warum Secrets Of The Moon vergleichsweise unbekannt sind? Könnte daran liegen, dass sie keine dummen bzw. sehr dummen Interviews geben. Es könnte aber auch einfach sein, dass sie ein bisschen zu originell sind. Denn obwohl jedermann so gerne von Individualität redet, muss man doch der Realität ins Auge blicken: auch im ach so wunderbaren "Untergrund" kann man Unabhängigkeit und Eigenständigkeit mit der Lupe suchen. Und so sind dann eben "true" Maulhelden oft wesentlich populärer als wirkliche Künstler. Jaja, diese Theorie ist weder neu noch nett, ich mag sie aber trotzdem, denn anders kann ich einfach nicht verstehen, dass eine der besten deutschen BM-Bands auch nach sieben Jahren Bandgeschichte noch Probleme hat, ihr Material endlich auf CD zu veröffentlichen. 
Doch genug davon, ich will mich hier schliesslich nicht kritisch mit der sogenannten "Szene" auseinandersetzen, sondern einer Band huldigen, die es mehr verdient hat als die meisten anderen. Einer Band, die sich über die Jahre selbst treu geblieben ist auf der Suche nach ihrem eigenen Ausdruck. Einer Band schliesslich, die nicht nur einfach ein bisschen anders ist als der Rest, sondern dabei auch noch richtig gut. 
Oberflächlich betrachtet, spielen Secrets Of The Moon rohen, aggressiven Black Metal. Und das tun sie genau so, wie es mir am besten gefällt: atmosphärisch, abwechslungsreich, mit einem ausgezeichneten Gespür für Riffs und Melodien. Das wäre an sich ja schon genug für eine zumindest gute Band, SOTM sind aber noch ein bisschen mehr. Sie verstehen es nämlich wie niemand sonst, eine durch und durch rituelle Stimmung zu erzeugen, ohne auf Keyboardspielereien angewiesen zu sein. Mittel zum Zweck sind dabei schlicht und einfach geschickt plazierte und arrangierte ruhige Parts sowie der ungemein beeindruckende beschwörende Krächzgesang von Daevas, der mit seinem einmaligen Organ ja schon Martyrium entscheidend mitgeprägt hat und der auch hier Glanzpunkte zu setzen weiss. Abgerundet wird "Stronghold Of The Inviolables" durch einen rohen Sound, der trotz aller Ungeschliffenheit durch Detailreichtum auffällt und stimmungsfördernde "Kleinigkeiten" angemessen hervorhebt. Lobend erwähnen möchte ich zum Abschluss noch das Schlagzeugspiel auf diesem Album. Es werden zwar keine Geschwindigkeitsweltrekorde aufgestellt, aber die hier dokumentierte rhythmische Begabung erinnert an Fenriz zu seinen besten Zeiten.

9/10

Official Website

 

Erik
12.08.2002


Redaktionsbewertung:
azaghal 8 psephos -
Laeknishendr 9,5 Amicus 8,5
Erik 9 odium 10
sic 8 Wolfsgrimm 9
Argathon - Herr B. 9
Gesamtdurchschnitt: 8,9