LUGUBRUM

Gedachte & Geheugen (1997)


Gedachte & Geheugen schimpft sich das zweite Album von Lugubrum und wie der Titel schon andeutet, ist es in zwei Abschnitte unterteilt, nämlich Gedachte und eben Geheugen. Zu meinem Bedauern verhält es sich mit der Qualität ebenso gespalten. Denn während der erste Teil Gedachte (Tracks 1-7) dreckiger, rostiger Black Metal ist, ist der zweite Teil (Tracks 8-12) komplette Synthesizermusik (d.h. ohne Vocals bis auf den letzten Track), die an mir zwar nicht emotionslos vorbeigeht, jedoch ohne wirklich nennenswerte Höhepunkte ist. "Trollenkloof" ist hier jedoch eines der besseren Lieder, dank der depressiven Melodie, die wirklich sehr intensiv rüberkommt und zu überzeugen weiß. Die restlichen Lieder wirken auf mich eher langweilig, lediglich der letzte Track "Mijn Koninkrijk Van Groen" bringt mit seinen gesprochenen Passagen etwas Abwechslung in das triste Synthie-Gespiele. 
Nun aber zum besseren Teil des Silberlings: Gedachte. Das ist Black Metal wie ich ihn liebe. Hasserfüllt, mit einem rotzdreckigen Sound und einer Stimme, die die eines Dämon selbst sein könnte. Dazu gesellen sich einfachste Melodien, die einem unter die Haut gehen. Den Hall bei den Vocals könnte man jedoch ein wenig reduzieren, denn das ist doch zu viel des Guten. Und im Gegensatz zum Teil Geheugen gibt es hier keine einzige Schwäche, es wird einem ein ums andere Mal Black Metal vom Feinsten um die Ohren gepfeffert. Einen Kritikpunkt gibt es trotzdem: Die Soundunterschiede zwischen den Liedern, d.h. die gesamte Lautstärke oder die der Instrumente variiert von Lied zu Lied und das hemmt dann doch den uneingeschränkten Hörgenuss dieser CD. Anspieltipp für den Teil Gedachte: "Stahlhelm I", mein definitiver Liebling.
Wegen der Unterschiede beider Teile vergebe ich auch jeweils 2 Bewertungen, da ich der Meinung bin, dass man diese beiden Teile auch getrost auf zwei verschiedene CDs hätte bannen können:

Gedachte: 8/10 - Geheugen: 4/10 

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07.07.2002