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Da kam Ende vergangenen Jahres aber etwas Interessantes aus Bella Italia. Denn dem Duett von Faded möchte ich
wirkliche Eigenständigkeit attestieren. Strotzt ihr aktuelles Eisen "Abandoned Shadows" nicht gerade vor
Alltäglichkeit, als viel mehr durch Klangformen, die man ohne weiteres als gewöhnungsbedürftig beschreiben
kann.
Getragen und schleppend verbreiten die Songs einen unüberhörbaren Teppich an Naturmystik und Waldträumerei. Wer
jetzt hier jedoch mit einer Schmonzette rechnet, geht fehl. So werden folkloristische Einflüsse wie Flöten,
Streicher, Akustikgitarren oder auch klare Gesänge mit befremdlichen Stimmeffekten, verzerrtem
Gekrächze, nagelbrettähnlichem Sound und somit herb kratzigen Klampfen aufgewogen. Soundliche Parallelen zu "Filosofem"
lassen sich also sehr wohl ausmachen. Und das klingt auch wirklich gut, denn die Abmischung ist überdurchschnittlich
gelungen. Kompositorisch dürften Faded allerdings ein paar Probleme haben, durch die Gehörgänge des einen oder
anderen Interessenten zu flutschen. Synthieuntermalungen, die nochmals starke Burzum-Einflüsse zu Zeiten erwähnten
Albums klarstellen, wissen eine reizende Hypnotik zu erzeugen. Der stets präsente Drang nach Abwechslung lässt
dennoch den roten Faden nicht vermissen und weiß dementsprechend zu überzeugen.
Allerdings wirkt das Material alles in allem recht sperrig, da trotz bewiesener Originalität schlicht zu wenig
passiert. Zu variierend, um sich fallen zu lassen und zu ereignislos, um mitzureißen. Faded machen's einem nicht
leicht. Trotzdem bin ich von "Abandoned Shadows" positiv überrascht und hoffe, dass die zwei Italiener das
nächste Mal nicht versuchen, auf zwei Hochzeiten zu tanzen. |
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