BLODULV

II (CD 2004)


Tja, da passiert es alle paar Jahre wieder und man wird von einer neuen unbekannten Band erwischt. So haben die Schweden von Blodulv ihr mittlerweile zweites Album auf Total Holocaust Records veröffentlicht und dürften sich im Laufe der Zeit eigentlich reger Beliebtheit erfreuen. 
Um es mal vorwegzunehmen, wir haben hier ein grundsolides und doch gut performtes Plastikscheibchen, welches zündenden, verschrobenen Old School Black Metal liefert. Allein das Cover, auf dem sich die Turmspitze einer unserer allseits beliebten Kirchen befindet, sagt schon alles aus, in welche Richtung hier sowohl textlich, als auch musikalisch geschritten wird - hier wird sich eben nicht mit bunten Farbspritzern oder aufwendig künstlerischer Arbeit bekleckert. Jedenfalls deuten unüberhörbare Parallelen auf alte Gorgoroth und besonders Old Wainds, die ja fast jedem ein Begriff sein sollten. Hier wird noch auf gute alte Weise Instrumente gedroschen und dem Tagen der Brandstiftung gehuldigt. Doch gibt es auch mindestens einen kleinen Haken. Die Problemzone bildet wahrscheinlich ausnahmslos der Gesang, welcher zwar ähnlich der oben genannten Russen klingt, aber dennoch rein aus Verzerrung besteht. Ob es nun an Unvermögen lag, kann ich nicht sagen. Nichtsdestotrotz bleibt die Scheibe sehr erträglich, gefällt sogar nach und nach immer mehr.
Spielerisch muss man sich mit 2-3 Riffs pro Song zufrieden geben, was die Sache zwar unerhört monoton macht, aber nicht in den Sand setzt. Boldulv verstehen es augenscheinlich recht gut, ihre Songs so zu gestalten, dass ein gewisser Hörgenuss und keine Langeweile auftritt - demnach baut man auch die ein oder anderen abwechselnden Riffgleise ein. Auf der einen Seite dürfte das sicherlich ebenso an der Stücklänge liegen, die sich durchschnittlich auf 6-7 Minuten beläuft. Auf der anderen kommt das mittlere Tempo hinzu, mal flotter, mal gezügelter, doch immer passend. Was will man mehr?

7/10

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psephos
19.06.2004